Bei Wind und Wetter: Warum Wandern der Seele gut tun - und wie sich der innere Schweinehund überlisten lässt

Irgendwann nach Silvester ereilt die meisten Menschen das Gefühl: Nun reicht es langsam aber wieder mit dem Winter! Die kurzen Tage machen keinen Spaß mehr, dass sie allmählich länger werden, ist überhaupt noch nicht zu spüren. In schneereichen Wintern ist die weiße Pracht, die vor Heiligabend noch als stimmungsvoll galt, allmählich zu grauem Matsch verkommen. Und wenn der Januar erst einmal geschafft ist, steht immer noch der Februar ins Haus, und der hat's oft in sich. Ganz zu schweigen vom März ...  

Kein Wunder, dass der Sinn den Menschen dann am ehesten danach steht, sich im Haus zu verkriechen, eine gemütliche Höhle zu bauen und erst mit den Frühlingssonnenstrahlen die Nase wieder aus dem heimatlichen Nest zu schieben. Das ist aber kein guter Weg, um Körper und Seele fit zu halten: Wegen des Mangels an Tageslicht sind wir antriebslos, und weil uns der Antrieb fehlt, nach draußen zu gehen, fehlt uns auch weiterhin Licht. Blöder Teufelskreis - muss aber so nicht sein!

Wie geht das - den inneren Schweinehund überwinden?

Manchmal genügt es nicht, nur zu wissen, was uns gut tut - der innere Schweinehund kann viel stärker sein als unsere Vernunft. Aber so ein Schweinehund ist ja auch nur ein Hund - und der lässt sich austricksen!

Trick 1: Den Anfang erleichtern Sie wissen, es wird Ihnen gut tun, wenn Sie eine Weile an der frischen Luft verbringen - trotzdem können Sie sich nicht überwinden. Die sogenannte "20-Sekunden-Regel" kann Ihnen helfen: Bereiten Sie Ihr Vorhaben mit einer Handlung vor, die höchstens 20 Sekunden dauert: zum Beispiel, den Schal, die Handschuhe und die Mütze, die Sie unterwegs schützen sollen, schon mal heraussuchen und bereitlegen. Denn sich zu etwas zu überwinden, das nur 20 Sekunden dauert, fällt nicht schwer! Und dann suchen Sie ganz unverfänglich die nächste Aufgabe, die 20 Sekunden in Anspruch nimmt: Suchen Sie zum Beispiel schon mal den Rucksack, in dem Sie gleich Ihren Proviant verstauen wollen. Die Idee dahinter: Je weniger Energie der Beginn eines Vorhabens kostet, desto weniger Überwindung kostet er. Wenn der Aufbruch erst mal perfekt vorbereitet ist, ist es nur noch ein einziger Schritt, den Sie vor die Haustür machen müssen!

Trick 2: Gewohnheitstier werden Wir Menschen sind ganz schön simpel gestrickt: Mütze, Schal und Handschuhe herauslegen ist beim Überwinden des Schweinehunds der allererste Schritt! Wenn wir uns auf eine neue Situation oder eine neue Verhaltensweise umstellen, dauert es in der Regel nur drei Wochen - dann ist für uns aus der Umstellung eine Angewohnheit geworden. Regelmäßigkeit hilft uns also optimal dabei, uns die Bewegung draußen anzugewöhnen. Am besten, eine tägliche kleine Portion Bewegung draußen wird so selbstverständlich wie das tägliche Zähneputzen!

Trick 3: Auf die Oma hören Vorsicht, Gefahr: Wenn Sie diesen Trick beherzigen, werden Sie nie wieder eine funktionierende Ausrede gegen Ausflüge an der frischen Luft haben! Oma hatte es schon immer gesagt: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung!" Legen Sie sich die Kleidung zu, die Ihnen das Draußensein bei jedem Wetter versüßt. Und irgendwann werden Sie sogar klirrende Kälte zu schätzen wissen - weil es sich schön anfühlt, bei eisigen Temperaturen gut geschützt im Kleiderkokon um den Leib den eigenen Atemwolken hinterherzustaunen!

Trick 4: Für Unterhaltung sorgen Genau dieselben Überwindungsprobleme bei gleichzeitiger Sehnsucht nach mehr Bewegung haben auch andere Menschen - und mit mehreren Personen macht alles sowieso viel mehr Spaß! Vorschlag: Laden Sie doch mal Ihre Freunde zu einer Wanderparty ein - einfach eine Strecke aussuchen, die passen könnte, eine Einkehrmöglichkeit finden, in der alle zusammen später noch zusammen essen und trinken können, und dann Freunde und Verwandte einladen. Probieren Sie es mal - Sie werden erstaunt sein, wie groß die Bereitschaft ist, gerade im Winter einen Anlass für Bewegung an der frischen Luft zu begrüßen! Anderer Vorschlag: Suchen Sie sich für den täglichen Mittagsspaziergang Bekannte oder Kollegen, mit denen sie sich verabreden können. Und wenn Sie doch mal allein unterwegs sind und Angst vor Langeweile haben: Hören Sie unterwegs ein Hörbuch oder Musik auf dem MP3-Player! (Aber nur auf Strecken, auf denen es nicht schaden kann, wenn Ihre Aufmerksamkeit eingeschränkt ist - niemals zum Beispiel im Straßenverkehr Kopfhörer tragen, bitte!)

Trick 5: Das gute Gefühl genießen, das Richtige für sich selbst zu tun Ein paar Fakten, die Ihnen dabei helfen können, sich nach einer ordentlichen Portion Bewegung selbst zu loben:

  • Tageslicht ist eine echte Kur für Körper und Seele:

Selbst an bedeckten Tagen dringt genug Tageslicht auf die Erde, um die Produktion von Vitamin D (macht gesund!) und Endorphinen (macht glücklich!) zu fördern und die Produktion des Schlafhormons Melatonin zu hemmen (macht tagsüber wacher und fitter!)

  • Die Natur beschenkt uns mit ungewohnten Reizen und schärft unsere Sinne:

Reize, die wir im lauten, schrillen, grellen Alltag nicht immer haben: der Duft von Laub nach einem Regen, das weiche Teppichbodengefühl von moosigen Untergründen, würzige Luft im Wald und auf Wiesen, beruhigende Geräusche wie Rascheln oder Plätschern. Mit einem Mal fällt die Ruhe auf statt des gewohnten Lärms, und prompt funktionieren alle Sinne etwas schärfer als sonst. Das hilft, bewusster zu genießen!

  • Nichts ist schöner als der Stolz auf eine zurückgelegte Strecke!

Was fühlt sich schöner an, als seine eigenen Grenzen zu überwinden, noch etwas mehr zu schaffen, als man sich zugetraut hätte, einen Hügel zu erklimmen, obwohl man befürchtet hatte, es könne einem unterwegs die Puste ausgehen, ein paar Kilometer mehr zu wandern, als man eigentlich wollte, weil die Füße noch nicht wieder zur Ruhe kommen möchten ... Nicht zu vergessen das unbezahlbare Gefühl, nach einem bewegungsreichen Tag mit freiem Geist und schweren Gliedern ausgepowert und glücklich ins Bett zu sinken: Endlich sind es mal nicht die Alltagssorgen und die Kopfarbeit, die uns ermüden - sondern ein Körper, der aktiv sein durfte, freut sich auf einen wohlverdienten Schlaf. Dafür hat sich jeder einzelne Schritt gelohnt!

Geben Sie dem inneren Schweinehund keine Chance - Sie haben sich mehr Glück und Fitness verdient, als er Ihnen gönnt!

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