„Warum eigentlich?“ Ralf Stohlmann tauscht das Hobby Rauchen gegen den StrongMan Run

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Foto: Sportograf

„Es war ein Abenteuer, eine Qual, ein Spaß und eine Adrenalin-Endorphin-Party“

Warum sind Menschen bereit, ihre Komfortzone zu verlassen?
Was treibt sie dazu an, sich Ziele zu setzen, die definitiv nicht ohne körperliche Strapazen zu erreichen sind?
„Warum eigentlich?“ ist eine häufige Frage im Umfeld, wenn man von einer Herausforderung erzählt – sei es Wandern bis zur Erschöpfungsgrenze, Klettern auf Gipfel, die bislang unerreichbar schienen, oder Fernreisen zu Fuß oder auf dem Rad statt im Swimmingpool einer Hotelanlage zu relaxen. Wir möchten von Menschen, die sich ihrer persönlichen Outdoor-Herausforderung stellen oder gestellt haben, genau das wissen: „Warum eigentlich?“

Heute fragen wir: Ralf Stohlmann, Förderschullehrer

Wie sah deine Herausforderung genau aus?

Nachdem ich mir das Rauchen abgewöhnt hatte, suchte ich nach einer Ersatzdroge. Gute Freunde waren schon seit einigen Jahren ambitionierte Hobbyläufer und so trainierten wir gemeinsam für einen 5-Kilometer-Volkslauf. Das allein war eine große Herausforderung für mich. Aber auch nur der Start in eine Reihe weiterer Quälereien. Denn es musste ja ein nächstes Ziel her.
Aus einer Bierlaune heraus meldete ich mich beim StrongmanRun 2013 an. So richtig wusste ich nicht, was auf mich zukam. 21 Kilometer und 30 Hindernisse – das wusste ich. Laufen, Klettern, Schwimmen, Kriechen und Elektroschocks – das erfuhr ich erst nach und nach.

Warum eigentlich nahm ich diese Herausforderung an? Das konnte ich mir selbst nicht erklären.

Hast du dich mit der Frage „Schaffe ich das überhaupt?“ auseinandergesetzt? Und hat dir die Möglichkeit, dein Ziel vielleicht nicht zu erreichen, Sorge gemacht?

Diese Frage stellte ich mir während des Trainings häufig und nach dem Training immer. Wenn mir der Regen ins Gesicht peitschte oder ich im Schneematsch durch das Wiehengebirge lief, dann stellte ich mir häufig die Fragen „Schaffe ich das eigentlich?“ und „Warum eigentlich?“

Wie bist du mit dieser Sorge umgegangen?

Eigentlich ist die Antwort völlig lächerlich: Ich habe trainiert und hatte einen Trainingspartner, der mich motivierte. „Aufgeben kannst du später auch noch!“ – das war der Leitspruch (oder besser: Leidspruch?) meines Freundes und Motivators. „Wenn der Kopf bereit ist, dann kommt der Körper auch irgendwie mit.“ – das war der zweite Leitspruch.

„Warum eigentlich?“ – Was war dein Antrieb, deine persönliche Herausforderung in Angriff zu nehmen?

Ich muss mir Ziele setzen. 5 Kilometer, 10 Kilometer, Halbmarathon usw. Immer wieder ein neues Ziel, eine neue Grenze testen. Den Körper fordern und die Komfortzone verlassen. Selbstbestätigung suchen und in privaten und kleinen sportlichen Erlebnissen finden. Der StrongmanRun war eine solche Möglichkeit, es war ein Abenteuer, eine Qual, ein Spaß und eine Adrenalin-Endorphin-Party. Und noch Tage nach dieser „Party“ ist man berauscht und bereit, sich neue Ziele zu setzen.

Immer nach dem Motto: „Das schaffst du! Aufgeben kannst du später!“

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