„Warum eigentlich?“ Manuel Andrack erklimmt den Watzmann

Foto: Manuel Andrack
Foto: Manuel Andrack

„Es gab gefühlt tausend Gründe, es sein zu lassen, und eigentlich nur einen Grund, es doch zu tun“ 

Warum sind Menschen bereit, ihre Komfortzone zu verlassen? 
Was treibt sie dazu an, sich Ziele zu setzen, die definitiv nicht ohne körperliche Strapazen zu erreichen sind? 
„Warum eigentlich?“ ist eine häufige Frage im Umfeld, wenn man von einer Herausforderung erzählt – sei es Wandern bis zur Erschöpfungsgrenze, Klettern auf Gipfel, die bislang unerreichbar schienen, oder Fernreisen zu Fuß oder auf dem Rad statt im Swimmingpool einer Hotelanlage zu relaxen. Wir möchten von Menschen, die sich ihrer persönlichen Outdoor-Herausforderung stellen oder gestellt haben, genau das wissen: „Warum eigentlich?“ 

Heute fragen wir: Manuel Andrack (Berufswanderer, Journalist, Moderator, Wanderkomödiant) 

Wie sah deine Herausforderung genau aus?

andrack_huette2Von „GEO Spezial“ hatte ich den Auftrag bekommen, für eine Reportage die Ostwand des Watzmanns hinaufzuklettern – 1.800 Meter die Wand hinauf, ohne vorher jemals im Gebirge geklettert zu sein. Man fand, dass es eine interessante Perspektive sein würde, einen überzeugten Mittelgebirgswanderer ins Hochgebirge zu schicken. Es war mir natürlich klar, dass so eine Klettertour kein Sonntagsspaziergang sein würde, aber ich hatte mich auch ganz persönlichen Herausforderungen zu stellen: beispielsweise hatte ich meine Höhenangst zu besiegen. 

Hast du dich vorher mit der Frage „Schaffe ich das überhaupt?“ auseinandergesetzt? Und hat dir die Möglichkeit, dein Ziel vielleicht nicht zu erreichen, Sorge gemacht?

Ich hatte wenigstens keine Angst, dass meine Kondition nicht genügen würde, so wie man das manchmal hört – Anfänger merken auf halber Strecke, dass ihre Kraft doch nicht ausreicht, und dann geht es nicht mehr vor oder zurück. Aber ich hatte genug andere Ängste zu überwinden: Treffe ich die gerade mal bierdeckelgroßen Tritte auf dem Weg nach oben? Bin ich schnell genug, um vor Anbruch der Dunkelheit wieder im Tal zu sein? Was, wenn ich die Nacht am Berg verbringen muss, weil ich nicht rechtzeitig zurückkehre?

Zumindest musste ich mir keine Sorgen machen, dass ein Scheitern die Redaktion des Auftraggebers enttäuschen würde: Mein Redakteur hatte mir deutlich gesagt, dass auch ein Abbrechen der Mission Stoff für eine super Story hergeben würde. 

Wie bist du mit deinen Sorgen, scheitern zu können, umgegangen?

Wenn man eine neue Herausforderung annimmt, ist es immer gut, einen Coach dabei zu haben. Ich hatte meinen Coach in Person des Bergführers Heinz Zembsch und vor allem des Fotografen Heinz Zak, der auf der ganzen Tour das Heft in die Hand genommen hat und mich anleiten konnte. 

„Warum eigentlich?“ – Was war dein Antrieb, deine persönliche Herausforderung in Angriff zu nehmen? 

Natürlich war das Projekt zunächst eine professionelle Herausforderung, weil ich einen Auftrag dafür hatte. Aber ich habe sowieso eine Neigung dafür, Extreme auszutesten und Grenzen kennenzulernen. Ich habe vor der Entscheidung, ob ich dieses Abenteuer eingehen will, eine lange Pro- und Contra-Liste geschrieben. Es gab gefühlt tausend Gründe, es sein zu lassen, und eigentlich nur einen Grund, es doch zu tun: Neugier. Und die hat schließlich gewonnen.

 Der Artikel über Manuel Andracks Abenteuer am Watzmann in der GEO Spezial kann auf seiner Website heruntergeladen werden. Die Watzmann-Herausforderung ist auch Thema seines Bühnenprogramms „Andracks kleine Wandershow“.

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