„Warum eigentlich?“ Kerstin Funke auf Abenteuerreise in Afrika

Kamelreiten in der Nähe von Swakopmund. Kamele gibt es in Namibia nur als „Import“. Foto: Kerstin Funke
Kamelreiten in der Nähe von Swakopmund. Kamele gibt es in Namibia nur als „Import“. Foto: Kerstin Funke

Warum sind Menschen bereit, ihre Komfortzone zu verlassen?
Was treibt sie dazu an, sich Ziele zu setzen, die definitiv nicht ohne körperliche Strapazen zu erreichen sind?
„Warum eigentlich?“ ist eine häufige Frage im Umfeld, wenn man von einer Herausforderung erzählt – sei es Wandern bis zur Erschöpfungsgrenze, Klettern auf Gipfel, die bislang unerreichbar schienen, oder Fernreisen zu Fuß oder auf dem Rad statt im Swimmingpool einer Hotelanlage zu relaxen. Wir möchten von Menschen, die sich ihrer persönlichen Outdoor-Herausforderung stellen oder gestellt haben, genau das wissen: „Warum eigentlich?“

Heute fragen wir: Kerstin Funke, Übersetzerin

„Es gibt immer einen Plan B und meinetwegen auch noch einen Plan C.“

Wie sah deine persönliche Herausforderung genau aus?

Mit meinen vier Kindern, zu der Zeit zwischen 6 und 14 Jahren alt, wollte ich 1996 einen 7-wöchigen Urlaub im südlichen Afrika (Namibia, Sambia, Simbabwe, Botswana) verbringen. Wir hatten einen Mietwagen, ein Zelt, Ruck- und Schlafsäcke, Matten, Campinggeschirr und etwas Geld, für die ersten 2-3 Tage ein kleines Zimmer bei der ELCN (Ev-Luth. Kirche in Namibia) in Windhoek, darüber hinaus jedoch keinen konkreten Plan, weder hinsichtlich der Zeiteinteilung, noch irgendeiner (Fahr-)Strecke. Wir wollten so viel wie möglich draußen sein, wir wollten viel sehen, weit herumkommen und eine entspannte Zeit haben. Es gab natürlich ein paar Eckdaten. Die Kinder wollten unbedingt nach Swakopmund und in die Namibwüste zum Quadfahren, ich wollte nach Etosha, zu den Victoriafällen und irgendwie, auch wenn es „nur Livingstone“ wäre, nach Sambia, und wir wollten am Lagerfeuer sitzen und campen, wenn auch nicht die ganze Zeit.

Hast du dich mal mit der Frage „Schaffe ich das überhaupt?“ auseinandergesetzt?

„Schaff ich nicht“ stand eigentlich nie zur Debatte. Ich war jung, ich war im Vollbesitz meiner Kräfte und seit einem Jahr auch endlich in dem eines Führerscheins. Ich sprach Englisch, wir hatten etwas Geld, unsere Rückflugtickets und eine Mindestmaß an Erfahrung.
1991 war ich mit den 3 kleineren Kindern (den 20 Monate alten Sohn stillte ich da noch) bereits mehrere Wochen in Begleitung des Vaters (der kleinen Kinder) mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einem alten Käfer durch Namibia und Sambia unterwegs gewesen (sehr abenteuerlich), 3 Jahre danach wieder mit 3 Kindern, dem Vater der Kleinen und einem alten VW-Bus 10.000 km durch Namibia, Botswana, und Sambia gereist.
Dieses Mal würden wir halt keine Begleitung haben. Ich würde das erste Mal selbst fahren (einen gemieteten Toyota Corolla (in dem wir dann sogar zweimal zu fünft eine Nacht lang verbrachten), beim Linksverkehr würde eben alles andersherum sein, aber sonst – was sollte uns schon passieren?!

Vorsicht, Sand! An der Skelettküste, mit Steckenbleiben im Wüstensand und Freikommen nach Opfern zweier Isomatten. Foto: Kerstin Funke
Vorsicht, Sand! An der Skelettküste, mit Steckenbleiben im Wüstensand und Freikommen nach Opfern zweier Isomatten. Foto: Kerstin Funke

Wie bist du mit Sorgen umgegangen?

Mal davon abgesehen, dass ich mir damals wirklich keine Sorgen gemacht habe, war ich überzeugt: Es gibt immer einen Plan B und meinetwegen auch noch einen Plan C. Ich war seit 10 Jahren alleinerziehend mit 4 Kindern, hatte uns im Osten durch die wirre Wendezeit gebracht – ich war absolut davon überzeugt, immer irgendwie eine Lösung zu finden, sollte sich denn ein Problem auftun.

An den Victoriafällen. Foto: Kerstin Funke
An den Victoriafällen. Foto: Kerstin Funke

„Warum eigentlich?“ – Was war dein Antrieb, deine persönliche Herausforderung in Angriff zu nehmen?

Wir alle liebten das südliche Afrika. Die Kinder wurden größer, der Kleinste sollte in dem Sommer zur Schule kommen, der Große würde in zwei Jahren die Schule abschließen; die Tage für ausgedehnte gemeinsame Urlaube waren gezählt und ich wollte die Möglichkeit nutzen, mit den Kindern an einem Ort, den wir alle mögen, auf eine Art, die uns Spaß macht, eine schöne Zeit zu verleben.

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