Wandertipp - Richtig Winterwandern

Wandertipp - Winterwandern

Einfach losgehen. Zu Fuß. Durch die weiße, weich konturierte Winterlandschaft. Märchenhafte Licht- und Schattenspiele, dazu das Funkeln des Schnees in der in sich ruhenden Bergwelt, die geradezu meditative Stimmung. Rundum nichts als Stille. Nur das Knirschen des frischen Schnees unter den Füßen. Glitzernde Schneekristalle, herabrieselnden Flocken, unberührte, friedlich zugedeckte Landschaft, Tierspuren im Schnee, die Sonne im Gesicht. Zeit für Ruhe, Zeit für gute Gespräche. Zeit für sich allein oder für den anderen.

trekking-299000_640_komprimiert

Winderwandern ist die ruhigste Art, die Winterlandschaft zu entdecken. Jeder Schritt eröffnet neue Blickwinkel, jede Tageszeit lässt die schneebedeckte Natur in einem anderen Licht erscheinen. In einer festen, ausgetretenen Spur geht es dem Ziel, einer schön gelegenen Hütte, einer Alm oder einem aussichtsreichen Gipfel entgegen, einzige Hilfsmittel sind Wanderstöcke und gute Schuhe – in Zeiten unleistbar gewordener Skiausrüstung und Pistenkarten ein geradezu idealer Sport, und mit Abstand der gesündeste! Ohne Gefahr, sich die Knochen zu brechen, tankt man auf, belebt Körper, Geist und Seele – Winterwandern ist Jungbrunnen, Schlankheitskur und Glückslieferant in einem.

Mittlerweile gibt es in vielen Wintersportorten eigene Winterwanderwege, die, gut ausgeschildert und meist präpariert, entspannte Bewegung in der Natur bieten. Dabei handelt es sich nicht um den beschaulichen Nachmittagsspaziergang durch den verschneiten, idyllischen Skiort, sondern um Touren mit einer Gehzeit von zwei bis fünf Stunden. Oft sind diese Wege eher unten im Tal anzufinden, manchmal aber auch reichen die ausgetretenen Pfade bis in höhere, gebirgige Regionen. Viele Wege sind auch mit Kinderwagen befahrbar und auf so mancher Tour zurück ins Tal bietet eine Rodelpartie Spaß und Abwechslung. Trotz der Leichtigkeit einer Winterwanderung ist einiges zu beachten ...

Ausrüstung

 Wanderschuhe-1200X1900_komprimiert

Bekleidung:

Längst Standard das Zwiebelschalenprinzip. Mehrere Schichten sorgen für bessere Klimatisierung (Wärme/Kälte), Feuchtigkeitstransport und Wetterschutz (Wind/Nässe). Die Unterwäsche sollte atmungsaktiv und wohlig warm sein. Billige Unterwäsche oder Baumwollshirts können die Feuchtigkeit nicht vom Körper abtransportieren, was bei Pausen für ein Kältegefühl sorgt. Die erste Schicht auf der Haut sollte unbedingt aus Funktionstextilien bestehen, also aus einem Hemd oder T-Shirt aus Kunstfaser. Die zweite Lage besteht sinnvollerweise aus wärmendem, ev. winddichtem und wasserabweisendem Fleece, der den Schweiß nach außen transportiert. Diese Schicht reicht für Aufstiege meist völlig aus, vor allem wenn das Material wasserabweisend ist und damit kleine Schneegestöber überstehen kann. Als äußerste Schicht dient eine funktionelle Jacke, die zumindest wasserabweisend sollte, aber gleichzeitig noch Wasserdampf von innen nach außen lässt. Außerdem muss die "Außenhaut" auf alle Fälle starkem Regen, Schnee und Wind standhalten. Hier sollte man auf die High Tech-Lösungen von renommierten Bergsportartikelherstellern zurückgreifen. Besonders zu empfehlen ist – vor allem in der äußersten Schicht – eine integrierte oder abzippbare Kapuze.

Tipp: Ein Laiberl zum Wechseln ist übrigens Sommer wie Winter eine gute Idee.

Hose: Als Hose eignet sich eine Jeans auf keinen Fall. Einmal nass, immer nass. Die Hose muss im Winter mehrere Aufgaben erfüllen: Sie soll vor Nässe schützen, den Wind abhalten, den Körper wärmen (aber nicht überhitzen) und beim Winterwandern wichtig: bis über die Schuhe runter gehen. Wer viel im Winter wandert, sollte die Ausgaben für eine Tourenhose (kann man auch bei Skitouren optimal tragen) nicht scheuen, es sind natürlich auch Ski- und Snowboardhosen geeignet. Mittlerweile gibt es in guten Fachgeschäften eine große Auswahl an schnell trocknenden und wasserabweisenden funktionellen Berghosen, die sich zudem noch dehnen (Stretch) und so eine größere Bewegungsfreiheit gewähren. Ergänzend zur richtigen Hose sind Gamaschen (siehe oben) anzuraten, die den Schnee abhalten. Je nach Temperatur eine lange Unterhose darunter (auch aus Kunstfaser und nicht aus Baumwolle) und man ist gegen alle Launen der Natur gewappnet.

adventure-1869194_640_komprimiert

Socken:
Neben dem Schuh spielen die richtigen Socken die wichtigste Rolle im Kampf gegen kalte Füße. Baumwolle ist für den Winterbetrieb völlig ungeeignet, weil sie sich mit Feuchtigkeit ansaugt. Ideal ist Schurwolle. Aufgrund ausgeklügelter Züchtungen und Produktionsmethoden braucht man heutzutage kein Kratzen mehr zu befürchten. Um die Abriebfestigkeit zu erhöhen und die Maschinenwaschbarkeit zu verbessern, wird Schafwolle gerne mit Synthetikfasern kombiniert. Die meisten Berg- oder Trekkingsocken erfüllen diese Anforderungen. Sie schützen vor frühzeitiger Übermüdung, weil sie den Fuß besser klimatisieren und beugen Blasen durch weniger Reibungsstellen vor.

Weitere Textilien:
Mütze, Handschuhe (oder noch besser: Fäustlinge) und ein Schal sollten immer dabei sein. Angenehm bei trockenen Verhältnissen sind gewirkte Wollhandschuhe (Walkfäustl), wird’s nass, halten Gore-Tex (Über-)Handschuhe bzw. -fäustlinge die Nässe draußen. Idealer Weise ein Ersatzpaar mitnehmen. Stirnbänder nur bei milden Temperaturen, da über den freien Kopf zu viel Kälte an den Körper gerät. Ein Schal und eine Sturmhaube im Rucksack schaden nicht, Wind kann schnell aufkommen. Sobald aber eine Sturmhaube zum Einsatz kommt, sollte man an Umkehr denken (schlechte Sicht, zunehmende Kälte, Verirrgefahr).

Weitere Ausrüstung:
Stöcke Während Teleskopstöcke im Sommer das Gehen bloß erleichtern, sind sie im Winter, mit großen Tellern versehen, beim Spuren und für die nötige Standfestigkeit im Schnee unabdingbar. Große Schneeteller deswegen, weil sie auch bei lockerem Schnee noch Halt bieten. Manche – wie ich – schwören auf kompakte, unkaputtbare Skistöcke, da sie über keine Gelenke verfügen, die bei Kälte oder stärkerer Belastung schnell den Geist aufgeben. Endstation nämlich, wenn die Scharniere des Teleskopstocks nicht mehr halten. Der einzige Vorteil von Teleskopstöcken, dass sie nämlich schnell im oder am Rucksack verstaut werden können, kommt auf Winterwanderungen kaum zum Tragen, da ja weder geklettert noch mit anderen Dingen hantiert wird. Tipp: Um sich gegen die vom Metall abstrahlende Kälte zu wappnen, empfiehlt es sich, den Stock vom Griff her bis etwa 40 cm abwärts mit einem Lederband (Tennisschläger- oder Fahrradgriffband etwa) zu umwickeln (gute Stöcke wie der Komperdell rechts verfügen schon über solche Kälteschutzbänder). Das schützt die Finger vor der Kälte und erhöht die Grifffestigkeit.

 landscape-1749245_1920_komprimiert

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.