„Warum eigentlich?“ Gesa Füßle beginnt zu reiten

Foto: Gesa Füßle
Foto: Gesa Füßle

Warum sind Menschen bereit, ihre Komfortzone zu verlassen? 
Was treibt sie dazu an, sich Ziele zu setzen, die definitiv nicht ohne körperliche Strapazen zu erreichen sind? 
„Warum eigentlich?“ ist eine häufige Frage im Umfeld, wenn man von einer Herausforderung erzählt – sei es Wandern bis zur Erschöpfungsgrenze, Klettern auf Gipfel, die bislang unerreichbar schienen, oder Fernreisen zu Fuß oder auf dem Rad statt im Swimmingpool einer Hotelanlage zu relaxen. Wir möchten von Menschen, die sich ihrer persönlichen Outdoor-Herausforderung stellen oder gestellt haben, genau das wissen: „Warum eigentlich?“

Heute fragen wir: Gesa Füßle, Autorin

„Im Grunde genommen war ich vom Neid getrieben. Jetzt weiß ich: Ich höre nicht mehr auf.“

Wie sieht deine Herausforderung genau aus? 

Ich habe vor fünf Monaten mit dem Reiten angefangen, die Herausforderung ist also simpel: Nicht vom Pferd fallen! 

Hast du dich denn vorher mit der Frage „Schaffe ich das überhaupt?“ auseinandergesetzt? Hattest du Sorgen, ob die neue Herausforderung das Richtige für dich ist?

Meine Kinder wollten uuuunbedingt reiten lernen. Als es dann ans konkrete Organisieren ging, fiel mir auf – was ich eigentlich längst wusste – dass ich auch reiten können möchte. Und da ich eine nette Reitlehrerin mit einem angenehm unelitären Hof gefunden hatte, fragte ich nach, wie es mit Unterricht für erwachsene Anfängerinnen aussähe. Klar, geht, vormittags, komm doch übermorgen. Oh, was war ich aufgeregt! Da es Einzelunterricht ist, hatte ich aber (fast) keine Versagensängste. Richtig, richtig aufgeregt war ich dann vor dem ersten Ausritt. Weniger wegen der Angst, mehr wegen der Spannung.

Runtergefallen bin ich übrigens schon. In der ersten Stunde, nach den ersten fünf Minuten – als ich antraben sollte, ein Windstoß kam, der Deckel einer Kiste davonflog und das Pferdchen vor lauter Schreck zwei Galoppsprünge machte. Zack, da lag ich. War aber gar nicht so schlimm.

Wie gehst du mit Aufregung und Sorgen denn um?

Was wäre denn das Allerschlimmste? Dass gar nichts klappt? Dass mich die anderen auslachen? Och. Ich war schon immer sehr unsportlich, aber dafür kann ich mit Tieren ganz gut umgehen. Insofern hatte ich da eine gewisse Hoffnung, dass das Pferd und ich uns schon einig werden würden. Und zum Auslachen war eh keiner da. Hätte mich auch nicht wahnsinnig gestört, ich weiß mit meiner Unsportlichkeit zu leben. Inzwischen habe ich gemerkt, dass dort eh niemand ausgelacht wird. 

„Warum eigentlich?“ – Was war dein Antrieb, deine persönliche Herausforderung in Angriff zu nehmen?

Im Grunde genommen war ich vom Neid getrieben. Ich konnte nicht ertragen, dass meine Kinder das lernen, was ich immer können wollte. Hätte ich mich nicht um ihren Unterricht kümmern müssen, hätte ich das Projekt wahrscheinlich gar nicht in Angriff genommen. Jetzt weiß ich: Ich höre nicht mehr auf. 

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