„Warum eigentlich?“ Snezana Galijas trainiert jeden Tag Wildgans Qi-Gong im Freien

Foto: Snezana Galijas
Foto: Catharina Grünsfelder

Warum sind Menschen bereit, ihre Komfortzone zu verlassen?
Was treibt sie dazu an, sich Ziele zu setzen, die definitiv nicht ohne körperliche Strapazen zu erreichen sind?
„Warum eigentlich?“ ist eine häufige Frage im Umfeld, wenn man von einer Herausforderung erzählt – sei es Wandern bis zur Erschöpfungsgrenze, Klettern auf Gipfel, die bislang unerreichbar schienen, oder Fernreisen zu Fuß oder auf dem Rad statt im Swimmingpool einer Hotelanlage zu relaxen. Wir möchten von Menschen, die sich ihrer persönlichen Outdoor-Herausforderung stellen oder gestellt haben, genau das wissen: „Warum eigentlich?“

Heute fragen wir: Snezana Galijas, Werbe- und PR-Texterin und Wildgang Qi-Gong Practicioner

„Die Wildgans gibt mir so viel mehr spürbare Lebensqualität. Und darauf will ich jetzt mit Ende 40 auch nicht mehr verzichten.“

Seit wann gehst du regelmäßig in die Natur, um dort deine Wildgans Qi-Gong-Übungen zu machen? Und musstest du dich schon oft überwinden, weil dein innerer Schweinehund dich eigentlich zurückhalten wollte?

Ich habe vor knapp 10 Jahren Qi Gong gelernt. Von Anfang an war mir klar, dass ich es draußen praktizieren möchte. Ich wollte im Grünen, in der Ruhe üben mit freiem Blick zum Himmel und möglichst mit nackten Füßen „Mutter Erde“ spüren. Ich ging immer an einen bestimmten Ort im Wald, etwas abseits des Weges, denn es war mir anfangs etwas unangenehm, die Übungen vor vorbeilaufenden Zuschauern zu machen. Das war anfangs schon einen Überwindung, trotzdem konzentriert zu bleiben. Denn es gab ja auch Wildschweine dort! Die größte Herausforderung  ist natürlich, täglich zu üben, und dir einen festen Rahmen dafür zu schaffen, auch wenn es tatsächlich nur 10 Minuten sind. Sonst vergisst du die Übungen schnell wieder, ähnlich wie beim Vokabeltraining. Mein Schweinehund hatte (zum Glück) einen Kontrahenten. Der hieß (damals) Teddy, ein hübscher Mischling aus Schäfer- und türkischem Hirtenhund. Dennoch ist es etwas anderes, ob du angezogen und eingemummelt vor dich hintrottest oder bei Regen oder Kälte Qi Gong praktizierst. Um die Wildgans optimal zu üben, musst du gut an die Energiepunkte am Körper kommen, und das ist mit dickem Wintermantel und gefütterten Stiefeln schwieriger. Dünne, aber warme Outdoorkleidung, die du evtl. unter einer dicken Winterjacke trägst, ist dafür übrigens optimal! Zudem hatte ich festgestellt, dass wenn ich nicht gleich früh morgens übe, ich es im Alltag schlicht vergesse bzw. der Tag dann schon rum ist. Und abends üben macht nur Sinn, wenn du eine lange (arbeitsreiche) Nacht vor dir hast. Dann ist es wiederum eine geniale Energiespritze! :-) Jetzt, nach vielen Jahren (ich bin zwischenzeitlich umgezogen) und insbesondere in den letzten Monaten, wo ich an meiner Lehr-DVD arbeite, übe ich mehrmals täglich und an verschiedenen Stellen, und freue mich sogar, wenn jemand zuschaut.

Hast du manchmal ans Aufhören gedacht?

Ich musste tatsächlich zweimal aufhören. Das erste Mal war noch ziemlich am Anfang. Da konnte ich von heute auf morgen nicht mehr in den Wald gehen. Die Alternative war nur das Mainufer – und da geht es morgens mit Radfahrern und Gassigehern fast wie auf der Autobahn zu. (Auf die Idee, zu Hause oder im Garten zu üben kam ich aus unerklärlichen Gründen überhaupt nicht.). Schwups hatte ich vergessen, wie die Wildgans flattert. Dummerweise musste ich ein halbes Jahr auf den nächsten Kurs bei meinem Lehrer Dr. Weihong Yang warten. Und woanders wurde die Wildgans nach Internetrecherche nirgends angeboten. Wildgans-Qi-Gong ist zwar in China sehr beliebt und wird dort sogar in Krankenhäusern bei Krebspatienten eingesetzt. Aber in Deutschland ist es noch weitestgehend unbekannt. (Allerdings wurden die Kursgebühren damals schon zu 80 % von meiner Krankenkasse übernommen.) Auch gab es kein Video oder DVD. Das hat mich total gewurmt! Damals keimte das erste Mal die Idee in mir auf, selbst eine DVD zu machen für Leute, denen es ähnlich geht. Es hat dann leider noch etliche Jahre gedauert, aber jetzt ist es soweit! Das zweite Mal Pause musste ich Anfang dieses Jahres machen, wo ich nach einer OP drei Monate gar keinen Sport machen durfte.

Wie bist du mit diesen Gedanken, aufzugeben, umgegangen?

Es hat mich schon geärgert, dass ich nicht drangeblieben bin und dann auch noch so lange bis zum nächsten Kurs warten musste. Ich habe mir vorgenommen, es nicht noch einmal so weit kommen zu lassen. Allerdings hat die Ruhe in der Rekonvaleszenszeit nach der OP auch sein Gutes gehabt. Seitdem war glasklar, dass ich die DVD so schnell wie möglich umsetzen werde!

„Warum eigentlich?“ – Was war dein Antrieb, immer weiter an dir zu arbeiten??

Der Antrieb war in den ersten Jahren, dass ich die Übungen schlichtweg vergesse, wenn ich nicht dranbleibe. Aber das wäre ja nun kein Problem mehr; ich könnte von der eigenen DVD spicken! :-) Das viel Wichtigere ist ja, dass die Wildgans mir so viel mehr spürbare Lebensqualität gibt. Und darauf will ich jetzt mit Ende 40 auch nicht mehr verzichten, wo alle von „älter werden“ und verschiedenen Zipperleins sprechen. Denn diese medizinische Form von Qi Gong bringt nicht nur eine Menge Energie (sie ist im Gegensatz zum ruhigen Tai Chi oder Yoga sehr viel dynamischer und lebendiger), sondern aktiviert alle Organe und Meridiane und trainiert Muskeln, Gelenke, Sehnen, Gleichgewicht und die Reaktionsfähigkeit. Die Chinesen werden damit nachweislich steinalt! Und das bei nur 10 Minuten Aufwand am Tag. Als Unternehmerin kenne ich keine bessere (und günstigere) Investition in meine Gesundheit und berufliche Zukunft.

Snez_neu

 

Die DVD mit Snezana Galijas Qi-Gong-Übungen ist unter http://wildgans-qigong.de/shop/ ab Oktober 2014 erhältlich.

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  • Prima!

    Danke für diesen schönen Beitrag! Das Foto ist übrigens von Catharina Grünsfelder von Media:Mission, meiner tollen DVD-Produktionsfirma. :-) Kann man das noch bitte ändern? ;-)